Klimaanlagen und ihr Stromverbrauch: Das müssen Sie wissen

In der letzten Zeit sind das Thema Strom und dessen Kosten bei vielen zu einem Schmerzthema geworden. Gerade, wer sich im nächsten Sommer eine Klimaanlage anschaffen möchte, stellt sich zu Recht die Frage: Lohnt sich ein Klimagerät noch oder ist es auf Dauer zu teuer? Den Stromverbrauch einer Klimaanlage werden wir daher in diesem Artikel ganz genau unter die Lupe nehmen. Des Weiteren geben wir Tipps, worauf Sie beim Kauf und Betrieb achten sollten.

Welche Stromkosten entstehen beim Betrieb einer Klimaanlage?

Klimaanlagen sind wie große Kühlschränke, die anstatt Lebensmitteln Räume kühlen. Logisch, dass sie daher auch mehr Strom verbrauchen. Im Vergleich: Ist eine Anlage 30 Tage in Betrieb, verbraucht sie mehr als ein Kühlschrank im ganzen Jahr!

Hinzukommt das Problem, dass viele Eigenheimbesitzer zu günstigen Geräten greifen, die in der Anschaffung zwar kostenarm sind, sich im Betrieb jedoch als Stromfresser erweisen. Generell gibt es je nach Gerätetyp deutliche Unterschiede in der Energieeffizienz und im Stromverbrauch. Und das sollten Sie nicht ignorieren.

Wenn Sie also ein Klimagerät kaufen möchten, achten Sie – wenn möglich – nicht auf den günstigsten Preis, sondern auf den Verbrauch. Meistens ist bei den Herstellerangaben auch der Stromverbrauch pro Jahr angegeben. Diese Angabe entspricht einem Richtwert von 350 Stunden. Man geht übrigens nur von einer Nutzungsdauer für die warmen Sommermonate aus.

Übrigens: Das Umweltbundesamt hat geschätzt, dass etwa 1,65 Millionen deutsche Haushalte eine Klimaanlage besitzen. Die Tendenz steigt, was durch den Fachverband Gebäude-Klima bestätigt wurde. So gab es 2018 ein Auftragsplus von 20 Prozent, 2019 kamen weitere 15 Prozent hinzu.

Stromverbrauch einer Klimaanlage – mit dieser Formel selbst berechnen

Stromverbrauch einer Klimaanlage pro Jahr berechnen:   Leistung in Watt x tägliche Betriebszeit in Stunden x Betriebstage im Jahr = Stromverbrauch in Kilowattstunden   Energieverbrauch pro Jahr berechnen:   Stromverbrauch in Kilowattstunden x Preis pro Kilowattstunde Strom (z. B. 0,30 EUR) = Stromkosten in Euro

Wofür verbraucht eine Klimaanlage am meisten Strom?

Wenn wir uns veranschaulichen, dass ein Kältegerät so wie ein Kühlschrank arbeitet, dann erkennen wir, dass der größte Stromverbrauch durch den Kondensator erzeugt wird. In diesem wird das gasförmige, warme Kühlmittel abgekühlt und verflüssigt. Auch die Lüfter benötigen viel Strom und deutlich mehr als ein einfacher Ventilator.

Da bei kostengünstigen Geräten die Komponenten oftmals minderwertig sind, erweisen sich gerade die günstigen Anlagen als Stromfresser. Hinzukommt oftmals eine einfache und ineffiziente Leistungsregelung, die den Stromverbrauch der Klimaanlage zusätzlich erhöht. Genau diese Unterschiede machen den Unterschied auf der jährlichen Stromrechnung aus.

Wichtig: Energielabel sind für den Vergleich zwischen Split-Klimaanlagen und Monoblockgeräten nicht voll aussagekräftig. Denn eine Split-Anlage mit schlechterer Einstufung ist normalerweise trotzdem besser im Verbrauch als ein Monoblock-Gerät mit einer Bewertung von A+.

Gerade die kleinen Klimaanlagen haben es „faustdick hinter den Ohren“, wie das folgende Rechenbeispiel verdeutlicht: 30 Tage x 8 Stunden x 2,5 KW = 600 kW. Daraus ergeben sich bei Stromkosten von 0,30 EUR pro kW Kosten von 180 EUR im Jahr für die Kühlung eines Raumes. Damit verbraucht allein eine Monoblock-Anlage ein Zehntel des jährlichen Verbrauchs einer vierköpfigen Familie.

Lassen sich die Leistung und der Stromverbrauch pro Fläche berechnen?

Planung im Vorfeld ist alles. Denn kalkulieren Sie unterdimensioniert, reicht die Leistung Ihres Klimageräts nicht aus und es arbeitet ständig auf voller Stufe. Ist die Anlage allerdings zu groß, verbraucht sie ebenfalls mehr als notwendig und der Stromverbrauch für ein Einfamilienhaus steigt unnötig.

Faustformel: Stromverbrauch pro Fläche   30 Watt für einen Kubikmeter Rauminhalt
oder
75 bis 90 Watt Leistung pro Quadratmeter bei normaler Deckenhöhe.

Vergleich des Stromverbrauchs: Split-Klimaanlage vs. mobile Klimaanlage

Split-Geräte, die meistens fest installiert sind, liegen in der Anschaffung im Schnitt bei 1.300 € bis 2.800 €. Das ist viel Geld, allerdings kühlen Sie auch laut Stiftung Warentest am preiswertesten. Qualitativ hochwertige Split-Geräte verbrauchen pro Saison weniger als 100 Kilowattstunden und liefern mehr als doppelt so viel Leistung. Dadurch entstehen bei einem Strompreis von 0,30 EUR pro kW Stromkosten in Höhe von maximal 30 € pro Jahr.

Neben den Kosten ist auch die Kühlleistung besser als bei Monoblockgeräten: Im Test kühlten die besten Geräte den Prüfraum mit 14 qm in rund 7 Minuten von 35 auf 24 Grad. Monoblock-Geräte hingegen benötigten im Schnitt zwischen 40 und 80 Minuten. Kein Wunder, da der Schlauch, der aus dem Fenster hängt, das Fenster immer einen kleinen Spalt offen hält, wodurch stets warme Luft in den Raum strömen kann.

Monoblockgeräte kann man oft bereits für einige wenige Hundert Euro kaufen. Sie arbeiten aber ineffizienter und verbrauchen viel mehr Strom. Laut Stiftung Warentest liegt der Verbrauch bei rund 140 bis 250 Kilowattstunden pro Saison. Die Stromkosten liegen dann bei 42 bis 75 EUR pro Jahr.

Im Überblick: Vorteile und Nachteile verschiedener Klimageräte

Vorteile von Split-GerätenVorteile von mobilen Klimageräten
Schnelle & effiziente KühlungGünstig in der Anschaffung
Geringer Strom­verbrauchKönnen einfach selbst installiert werden
Förderung durch die BAFA / teilweise zinslose KrediteKeine Zustimmung vom Vermieter vonnöten
Split-Geräte gibt es in den Effizienzklassen A+++ bis D 
Nachteile von Split-GerätenNachteile von mobilen Klimageräten
Hohe InvestitionskostenSchlechtere Kühlung
Teure Installation durch einen Fach­betriebHöherer Stromverbrauch
Vermieter müssen ihr Einverständnis gebenMobile Anlagen sind nur bis maximal A+ erhältlich

Wie lassen sich Stromkosten sparen?

Mit den folgenden Tipps können Sie Strom und somit Kosten sparen:

  • Zunächst sollten Sie Ihre Raumgröße ausmessen, damit Sie ein geeignetes Klimagerät kaufen können, das für diese Raumgröße ausgelegt ist. Achten Sie darauf, realistisch zu kalkulieren, denn ansonsten drohen höhere Stromkosten als gedacht.
  • Die Energieeffizienz des Geräts kann eine gute Hilfestellung sein (die beste Effizienzklasse bei Monogeräten ist A+ und bei Split-Geräten A+++). Wichtig: Eine Split-Anlage ist langfristig meistens besser und günstiger als ein Monogerät – egal welche Effizienzklasse es hat.
  • Wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage besitzen, können Sie Ihren Solarstrom nutzen, wodurch Sie Stromkosten sparen.
  • Fenster und Türen sind geschlossen: Der Energieverbrauch steigt logischerweise bei offenen Türen und Fenstern enorm. Bei Monoblockgeräten sollten Sie die Fensterschlitze für den Abluftschlauch zudem abdichten.
  • Die Temperatur des klimatisierten Raumes sollte maximal 6 °C unter der Außentemperatur liegen. Dadurch beugen Sie auch Erkältungen vor, die durch zu hohe Temperaturunterschiede entstehen können.
  • Nicht heizen: Splitgeräte besitzen oft auch eine Heizfunktion. Allerdings ist der Energieverbrauch hier deutlich höher als bei einer normalen Heizung.
  • Stand-by-Verbot: Bitte trennen Sie die Anlage ganz vom Stromnetz, wenn Sie länger nicht zu Hause sind oder die Sommersaison vorbei ist.
  • Reinigen und warten Sie Ihre Anlage regelmäßig. Die Wartung kostet zwar etwas, doch Ihre Anlage bleibt dadurch funktionstüchtig. Gleichzeitig beugen Sie Luftverschmutzung durch Bakterien und Schimmelpilzen vor.

Die Alternative: Nutzen Sie Ihre Wärmepumpe als Klimaanlage

Eine besondere Alternative stellen reversible Wärmepumpen dar, die zur Klimaanlage umfunktioniert werden können. In Kombination mit einer guten Wärmedämmung funktioniert die Pumpe als passive Klimaanlage. Zum Kühlen ist zudem kein zusätzlicher Energieeinsatz nötig. Wenn Sie also gerade einen Neubau oder eine Sanierung planen, ist das eine sinnvolle Option.

Auch, weil die Wärmepumpe durch die BAFA gefördert werden kann, ist sie eine gute Alternative. Auf unserer Website erfahren Sie dazu mehr. Ein weiterer Vorteil: Kredite für die Anschaffung der Wärmepumpe sind – wenn von der KfW bereitgestellt – zinslos.

So können Sie Ihre Wohnung auch ohne Klimaanlage kühlen

Glücklicherweise gibt es Alternativen zur Klimaanlage. Dazu gehören Ventilatoren, die preiswert sind und deren Stromkosten mit 5 bis 10 EUR im Jahr minimal ausfallen. Ein weiterer Tipp: Lüften Sie am Morgen intensiv, damit sich Ihre Räume mit kühler Luft füllen.

Auch Rollläden oder Jalousien können die Hitze aus dem Raum halten, gerade für Fenster & Balkone mit Südausrichtung. Weiter können Sie Wärmequellen reduzieren, indem Sie überlegen, welche Elektronik viel Hitze produziert.

Fazit: Klimaanlage im Verbrauch

Wer hätte das gedacht: Der Stromverbrauch von Klimaanlagen ist enorm! Schon heute steckt ein Zehntel des weltweit verbrauchten Stroms in den Anlagen und Ventilatoren. Daher: Bei nur 20 Hitzetagen pro Jahr lohnt sich der Kauf eines Klimageräts definitiv nicht. Stattdessen lohnt sich hier eher die Kombination mit einer Wärmepumpe.

Ein weiterer negativer Aspekt ist der schlechte Effekt auf das Klima durch das verwendete Kältemittel. Denn dieses entweicht aus der Klimaanlage und gelangt dadurch in die Atmosphäre. Gerade deshalb sind die Anlagen nur etwas für Regionen mit starker und langanhaltender Hitze oder Dachgeschosswohnungen.

Wenn eine Anlage trotz der oben genannten Punkte für Sie Sinn ergibt, achten Sie darauf, dass sie leise ist. Denn nichts ist nerviger, als beim Schlafen von einer lauten Klimaanlage gestört zu werden. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel.

Ihr Kontakt zu uns

Wir stehen Ihnen von der Planung bis zur Wartung Ihrer Klimaanlage oder Wärmepumpe immer zur Seite – auch bei der Entscheidung, welches Klimagerät für Ihr Eigenheim am sinnvollsten ist und wo Sie es aufstellen sollten. Überdies helfen wir Ihnen bei der Beantragung der BAFA-Förderung, damit alles unproblematisch verläuft.

Unsere Experten haben langjährige Erfahrung in der Kälte- und Klimatechnik und kennen sich mit Marken wie Colt, Daikin, ACR, MTA bestens aus. Wir versprechen Ihnen: Sie werden immer so beraten, dass Sie am Ende das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Sie haben Fragen? Dann rufen Sie uns gerne an. Sie erreichen uns unter der

+49 (0) 2064 7788510 oder per E-Mail über kontakt@klivatec.de. Wir sind montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr für Sie da. Das passt nicht? Alternativ können Sie einen Rückruf anfordern oder uns über unser Kontaktformular kontaktieren. Auch über unsere Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook bleiben Sie mit uns in Kontakt. Auf diesen Kanälen informieren wir regelmäßig über wichtige Neuigkeiten und Angebote. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

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