R290 ist die technische Bezeichnung für Propan – ein natürliches Kältemittel aus der Gruppe der Kohlenwasserstoffe. Im Gegensatz zu herkömmlichen synthetischen Kältemitteln (z.B. R410A oder R134a) hat Propan keinen schädlichen Einfluss auf die Ozonschicht und ein extrem niedriges Treibhauspotenzial (GWP – Global Warming Potential) von nur etwa 3. Zum Vergleich: Das aktuell weit verbreitete Kältemittel R32 (Difluormethan) hat ein GWP von rund 675, ältere Kältemittel wie R410A sogar über 2000. Ein geringes GWP bedeutet, dass das Gas beim Austritt in die Atmosphäre kaum zur Erderwärmung beiträgt. Daher wird R290 als sehr klimafreundlich und zukunftssicher angesehen.
Ein weiterer Vorteil: R290 ist ein natürliches Kältemittel und fällt nicht unter die EU-F-Gase-Verordnung, die fluorierte Treibhausgase schrittweise reduzieren soll. Viele moderne Wärmepumpen nutzen bereits Propan als Kältemittel, und auch in Kühlgeräten (z.B. Haushaltskühlschränken mit R600a, einem ähnlichen Kohlenwasserstoff) kommt es seit Jahren erfolgreich zum Einsatz.
Allerdings hat R290 eine wichtige Besonderheit: Entflammbarkeit. Propan ist hochentzündlich und gehört zur Sicherheitsgruppe A3 (leicht entzündlich). Das bedeutet, dass beim Einsatz in Klimaanlagen besondere Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, um Risiken auszuschließen. Warum diese Eigenschaft die Verbreitung von R290-Klimaanlagen bisher bremst und welche gesetzlichen Regeln gelten, wird in den folgenden Abschnitten erläutert. Zudem vergleichen wir R290 mit dem derzeit gängigen Kältemittel R32 hinsichtlich Effizienz, Umwelt und Sicherheit. Dieser Artikel soll einfach verständliche Informationen bieten – für Endkunden, die über die Anschaffung einer Klimaanlage nachdenken, ebenso wie für Unternehmen in der Kälte-Klima-Branche, die sich auf kommende Entwicklungen einstellen möchten.
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EU-Klimaschutz und Kältemittel: In der Europäischen Union regelt die F-Gase-Verordnung den schrittweisen Ausstieg aus klimaschädlichen Kältemitteln. Nach mehreren Verschärfungen (Novellierung zuletzt 2024) stehen konkrete Verbote bevor: Ab 1. Januar 2025 dürfen neue Single-Split-Klimaanlagen (ein Innengerät + ein Außengerät) mit weniger als 3 kg Kältemittelfüllung nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn das Kältemittel ein GWP von 750 oder höher aufweist (). Praktisch bedeutet das: Das bisher häufig genutzte R410A (GWP ~2088) ist in kleinen Split-Geräten ab 2025 verboten. R32 (GWP 675) liegt unter diesem Grenzwert und bleibt daher zulässig – deshalb setzen Hersteller seit einigen Jahren verstärkt auf R32 als Übergangslösung. R290 mit GWP ~3 erfüllt diese Anforderungen locker, fällt als natürliches Gas sogar gar nicht unter die F-Gas-Begrenzungen. Allerdings greifen bei R290 andere Vorschriften wegen seiner Entflammbarkeit (dazu später mehr).
Selbstinstallation-Verbot: Eine wichtige gesetzliche Vorschrift für Endkunden ist das Verbot der Selbstinstallation von Split-Klimaanlagen. Viele Verbraucher wissen nicht, dass der Einbau einer Split-Klimaanlage nicht in Eigenregie erfolgen darf – er ist ausschließlich zertifizierten Fachbetrieben erlaubt. Dies ist in der EU-Verordnung 517/2014 (F-Gase-Verordnung) und der deutschen Chemikalien-Klimaschutzverordnung festgeschrieben. Der Hintergrund: In Klimageräten zirkulieren oft fluorierte Kältemittel (bei R290 zwar nicht fluoriert, aber dennoch gasförmig), die bei unsachgemäßer Installation entweichen und der Umwelt schaden oder – im Falle R290 – ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Händler dürfen Split-Geräte nur verkaufen, wenn Käufer schriftlich nachweisen, dass eine zertifizierte Firma die Inbetriebnahme durchführt. Wer dagegen verstößt (z.B. Online-Shops, die Anlagen ohne Nachweis an Laien verkaufen, oder Endkunden, die trotzdem selbst montieren), handelt rechtswidrig und riskiert hohe Bußgelder. Seit 2024 wird auf die Einhaltung dieser Vorschriften verstärkt geachtet und hingewiesen.
Novellierung 2025: Die Überarbeitung der F-Gase-Vorschriften (Stand Anfang 2024) bringt weitere Verschärfungen in den kommenden Jahren. So ist ab 2027/2029 in Planung, dass neue Klimaanlagen bis 12 kW nur noch Kältemittel mit GWP <150 verwenden dürfen () – damit würde auch R32 mittelfristig nicht mehr den Neugeräte-Anforderungen genügen. Langfristig (bis 2035) sollen nahezu keine fluorierten Kältemittel mehr in Neugeräten eingesetzt werden (). Diese Regelungen zielen darauf ab, natürliche Kältemittel wie R290 zu fördern. Wichtig für Endkunden: Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben und gewartet werden; die Verbote beziehen sich auf das Inverkehrbringen neuer Geräte. Dennoch zeigt die Gesetzeslage klar den Trend: **Künftig sollen Klimaanlagen möglichst ohne klimaschädliche F-Gase auskommen – R290 ist dafür ein aussichtsreicher Kandidat.
Zusammengefasst lässt sich sagen: R290 selbst unterliegt keinen direkten Einsatzverboten durch die Klimaschutz-Vorschriften (im Gegenteil, es wird als Alternative begrüßt). Wer jedoch ein Gerät mit R290 betreiben will, muss alle Sicherheits- und Installationsauflagen erfüllen. Und für alle Klimaanlagen – ob mit R290, R32 oder anderen Kältemitteln – gilt: Die Installation gehört in Profi-Hand, seit 2024 wird das Verbot der Eigenmontage streng durchgesetzt.
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Obwohl das Kältemittel R290 so umweltfreundlich ist, sucht man Stand 2025 am Markt noch vergeblich nach Split-Klimaanlagen damit. Woran liegt das? Die Zurückhaltung der Hersteller hat vor allem mit technischen und sicherheitstechnischen Hürden zu tun:
Ausblick: Die genannten Hürden werden nach und nach abgebaut. Die Sicherheitsnorm IEC 60335-2-40 wird kontinuierlich überarbeitet, um höhere Propan-Füllmengen mit sicheren Konstruktionen zu ermöglichen. Die Branche sammelt Erfahrungen in Pilotmärkten (z.B. wurden in Indien bereits hunderttausende R290-Klimageräte erfolgreich installiert. Das wachsende Umweltbewusstsein und Förderprogramme (z.B. Bonus für natürliche Kältemittel) erhöhen den Druck, klimafreundliche Alternativen anzubieten. Es ist daher zu erwarten, dass in den kommenden Jahren erste R290-Split-Klimaanlagen auf dem europäischen Markt erscheinen. Für Kälte-Klima-Fachbetriebe bedeutet das: rechtzeitig Mitarbeiter schulen, um bereit zu sein. Für Endkunden heißt es vorerst noch Geduld haben – und bis dahin auf bewährte Zwischenlösungen wie R32 setzen.
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Sowohl R290 (Propan) als auch R32 (Difluormethan) gelten als klimafreundlicher als ältere Kältemittel wie R410A, doch es gibt deutliche Unterschiede in ihren Eigenschaften. Die folgende Tabelle stellt Vor- und Nachteile der beiden Kältemittel gegenüber:
Eigenschaft | R290 (Propan | R32 (Difluormethan) |
Chemische Art | Natürliches Kohlenwasserstoff-Kältemittel | Synthetisches HFKW-Kältemittel (HFC) |
GWP (Treibhauspotenzial) | ca. 3 (praktisch vernachlässigbar) | ca. 675 (deutlich niedriger als R410A) |
ODP (Ozonabbaupotenzial) | 0 (kein Ozonabbau) | 0 (kein Ozonabbau) |
Sicherheitsklasse (ISO) | A3 – hochentzündlich (leicht brennbar) | A2L – mild entflammbar (schwer entzündlich) |
Energieeffizienz | Sehr hoch – hervorragende thermodyn. Eigenschaften, hohe SEER/COP möglich | Sehr hoch – bessere Effizienz als frühere Kältemittel (R410A) |
Betriebsdruck | Mittel – ähnlich früheren Kältemitteln (z.B. R22), gut für Niederdruck-Systeme | Höher – benötigt robuste Komponenten und Konstruktion |
Umweltfaktor | Fast kein Beitrag zum Treibhauseffekt, natürlich und nicht reguliert als F-Gas ([Kältemittel R290 – unser Profi klärt auf | |
Verfügbarkeit | Bisher sehr gering in Split-Klimageräten (nur in einigen Wärmepumpen, Kühlschränken etc. üblich | Weit verbreitet in aktuellen Klimaanlagen (R32 ist neuer Standard bei Split-Geräten seit ca. 2018) |
Handhabung | Erfordert strikte Sicherheitsprotokolle, exakte Installation und Belüftung wegen Explosionsgefahr | Braucht gewisse Vorsicht (kein offenes Feuer beim Arbeiten etc.), aber insgesamt leichter handhabbar als R290 |
Zukunftsperspektive | Zukunftssicher – keine absehbaren Verbote, gilt als Endlösung wegen minimaler Klimawirkung | Übergangstechnologie – erfüllt aktuelle Vorschriften, muss langfristig durch <150 GWP-Alternativen ersetzt werden (bis ~2030er Jahre) |
Effizienz: Beide Kältemittel ermöglichen sehr effiziente Klimaanlagen. In Tests zeigen R290-Geräte teils überragende Energieeffizienz, was auf die hervorragenden thermodynamischen Eigenschaften von Propan zurückzuführen ist. R32-Geräte erreichen ebenfalls exzellente Effizienzwerte und haben gegenüber früheren Kältemitteln (wie R410A) den Verbrauch deutlich gesenkt. Einen allgemein gültigen Effizienz-Gewinner gibt es nicht – es hängt vom konkreten Gerätedesign ab. Wichtig für Verbraucher: Sowohl mit einem modernen R32-Gerät als auch künftig mit R290 lässt sich energiesparend kühlen und heizen (hohe SEER/SCOP-Werte).
Umweltverträglichkeit: Hier hat R290 klar die Nase vorn. Sein Treibhauspotential ist nahe Null, sodass selbst im Leckfall die Auswirkung aufs Klima minimal wäre. R32 hat zwar ein deutlich höheres GWP, aber immer noch um ein Vielfaches niedriger als alte Kältemittel – es ist also als Kompromiss zu sehen: deutlich klimafreundlicher als R410A, aber nicht so optimal wie ein natürliches Mittel. Beide Stoffe haben keinerlei Ozonschädigung (ODP=0). Langfristig gilt R32 daher nur als Zwischenlösung, bis natürliche Kältemittel wie R290 flächendeckend einsetzbar sind. Schon heute achten viele Käufer und Firmen auf diesen Aspekt – R290 bietet hier den maximalen “grünen” Vorteil, während R32 in Sachen Klimaschutz ein guter Zwischenschritt ist.
Sicherheit: R290 ist brennbar – das ist der größte Unterschied. In einem Klimasystem befinden sich zwar relativ geringe Mengen Gas, aber ein Leck im Innenraum könnte zündfähiges Propan freisetzen. Deshalb gelten strenge Vorschriften und es müssen Maßnahmen wie gute Raumdurchlüftung oder begrenzte Füllmengen eingehalten werden (siehe oben). Ein korrekt installiertes R290-Gerät ist sicher, aber die Sicherheitsmarge erfordert mehr Aufwand. R32 ist ebenfalls entzündlich, allerdings gemäß Klasse A2L nur leicht – es entzündet sich schwerer und brennt weniger heftig als Propan. Praktisch heißt das: Beim Umgang mit R32 gelten auch Vorsichtsregeln (keine Flammen/Funken beim Kältekreis Öffnen, ggf. Lüften), doch die Risiken sind vergleichbar mit denen gängigerer Arbeiten. R32-Leckagen sind selten und führen in der Regel nicht zu Feuer, während bei R290 absolute Vorsicht geboten ist. Keines der Kältemittel ist toxisch – beide gelten als nicht giftig und bei sachgemäßem Umgang unbedenklich.
Zusammengefasst: R290 punktet mit der besten Umweltbilanz und hoher Effizienz, erfordert aber größere Anstrengungen bei Sicherheit und Technik. R32 ist heute einfacher einsetzbar und gut erprobt, verursacht jedoch bei Leckage noch Treibhaus-Emissionen und wird perspektivisch ebenfalls ersetzt werden müssen. Im nächsten Abschnitt betrachten wir, warum für den heutigen Stand R32 oft die bessere (oder eigentlich einzige) Wahl für Klimaanlagen ist.
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Angesichts der obigen Gegenüberstellung stellt sich die Frage: Warum sollte man aktuell noch auf R32 setzen, wo R290 doch umweltfreundlicher wäre? Die Antwort lautet vor allem: Verfügbarkeit und Bewährtheit.
1. R290-Modelle fehlen (noch): Der wohl wichtigste Grund ist, dass marktreife R290-Klimaanlagen derzeit kaum verfügbar sind. Selbst wer eine Propan-Klimaanlage möchte, kann sie praktisch nicht im Handel bekommen (Stand 2025). Hersteller arbeiten zwar daran, aber bis zur breiten Markteinführung vergehen voraussichtlich noch ein bis zwei Jahre (oder mehr). R32-Geräte hingegen sind überall erhältlich – vom kleinen Wohnraum-Split bis zur kommerziellen VRF-Anlage. Wer jetzt kühlen oder heizen möchte, kommt an R32 also kaum vorbei.
2. Erfüllung der aktuellen Vorschriften: R32 wurde von Herstellern gezielt als Antwort auf die F-Gas-Vorgaben eingeführt. Es hat sich bewährt und unterschreitet die aktuellen Grenzwerte (GWP < 750) problemlos. Damit ist ein neues R32-Gerät rechtlich zukunftssicher für die nächsten Jahre – es darf auch über 2025 hinaus betrieben und gewartet werden. R290-Geräte würden diese Anforderungen zwar ebenfalls erfüllen, doch da sie (noch) nicht am Markt sind, bleibt R32 faktisch die einzige Wahl, die sowohl gesetzeskonform als auch sofort lieferbar ist.
3. Hohe Effizienz und ausgereifte Technik: R32-Klimaanlagen der neuesten Generation bieten hervorragende Energieeffizienz (viele Modelle erreichen A++ bis A+++ in der Energieklassifizierung) und sind technisch ausgereift. Hersteller hatten einige Jahre Zeit, ihre Geräte für R32 zu optimieren – die Geräte laufen zuverlässig und effizient. Es gibt ein breites Sortiment an Baugrößen, Typen und Funktionen (z.B. Wärmepumpenbetrieb, WLAN-Steuerung etc.) mit R32. Kunden müssen also keine Kompromisse eingehen: Man bekommt ein modernes, sparsames Gerät. Ein „Umstieg“ auf R290 wäre derzeit eher ein Experiment mit ungewissem Ergebnis, da kaum Modelle vorliegen, an denen man sich orientieren kann.
4. Sicherheit und Fachwissen: Für R32 existiert mittlerweile viel Erfahrung in Installation und Service. Kältetechniker sind mit R32 vertraut und besitzen die nötige Ausrüstung dafür. Ersatzteile, Wartungskits und Standardprozeduren sind etabliert. Das Risiko beim Betrieb eines R32-Geräts schätzen viele Fachleute als gut beherrschbar ein – schließlich handelt es sich um mild entflammbares Gas, mit dem man seit ein paar Jahren routiniert umgeht. R290 erfordert noch mehr Vorsicht und ist für viele Betriebe Neuland, was möglicherweise anfänglich zu Unsicherheiten führen könnte. Bis Propan-Anlagen genauso „Routine“ sind, ist R32 praktischer im Handling.
5. Übergangslösung mit Perspektive: R32 wird zwar langfristig nicht das Ende der Entwicklung sein (die EU sieht in den 2030ern noch strengere GWP-Limits vor), aber für die nächste Dekade ist es der anerkannte Standard in der Klimatisierung. Verbraucher, die jetzt investieren, bekommen ein Produkt, das über Jahre unterstützt wird. Sollten in einigen Jahren R290-Geräte auf den Markt kommen und maßgeblich besser sein, kann man immer noch bei einer Neuanschaffung umsteigen. Im Moment jedoch gibt es keinen Leistungs- oder Kostenvorteil, den man durch Warten auf R290 hätte – im Gegenteil, man würde auf den Komfort einer Klimaanlage verzichten, ohne zu wissen, wann die Alternative real kommt.
Kurz gesagt: R32 ist derzeit die bessere (weil verfügbare) Wahl, weil es ein ausgewogenes Paket bietet – hohe Effizienz, moderaten Klimaschutzbeitrag und praktische Umsetzbarkeit. Für Endkunden bedeutet das, dass sie mit gutem Gewissen eine R32-Klimaanlage installieren lassen können, um die heißen Sommer oder den Heizbedarf im Winter zu bewältigen. Unternehmen in der Branche setzen ebenfalls auf R32, um aktuellen Kundenanforderungen gerecht zu werden, während sie parallel die Entwicklung von R290 beobachten. Sobald R290-Modelle marktreif sind, kann man deren Vorteile nutzen – bis dahin schließt R32 die Lücke und sorgt bereits für deutlich geringere Emissionen als frühere Lösungen. Selbst das Umweltbundesamt sieht R32 nur als „Zwischenlösung“ und drängt perspektivisch auf Propan, aber bis zur flächendeckenden Umsetzung muss es diese Zwischenlösung eben geben.
Aktuell (Anfang 2025) gibt es kaum serienreife R290-Split-Klimaanlagen auf dem Markt. Weltweit wurden zwar Pilotprojekte umgesetzt (z.B. in Indien und China, wie erwähnt), aber in Europa ist noch kein Modell für Endkunden frei verfügbar. Einige Hersteller haben Prototypen vorgestellt, und es gibt erste Geräte in kleinen Stückzahlen oder für Schulungszwecke, aber einen breiten Vertrieb an Endverbraucher sucht man noch vergeblich. Im Bereich mobiler Monoblock-Klimageräte (die kein geteiltes System haben) findet man hingegen bereits R290 als Kältemittel – beispielsweise nutzen viele aktuelle Luftentfeuchter und mobile Klimageräte Propan, da diese ab Werk hermetisch dicht befüllt sind. Doch die gängigen Split-Klimageräte für Zuhause sind derzeit fast ausschließlich mit R32 befüllt. Prognosen gehen davon aus, dass ab 2025/2026 erste R290-Modelle auch für Endkunden angeboten werden könnten, sobald Sicherheitsstandards angepasst sind und die Hersteller genügend Vertrauen gefasst haben.
Was ist der Unterschied zwischen R290 und R32 in einfachen Worten?
R290 (Propan) ist natürliches Propangas, ähnlich dem Gas aus dem Campingkocher, aber in hoher Reinheit fürs Kältesystem. Es verursacht nahezu kein Treibhausproblem, ist aber brennbar. R32 ist ein chemisch hergestelltes Kältemittel, das als Ersatz für ältere Gase entwickelt wurde. Es ist nicht ganz so umweltfreundlich (hat noch einen gewissen Treibhauseffekt, aber viel geringer als alte Kältemittel) und ebenfalls brennbar, jedoch schwerer entzündlich als Propan. Beide liefern die gleiche Funktion: sie transportieren Wärme im Kühlkreislauf. In der Praxis kann man mit beiden hocheffiziente Klimaanlagen bauen. R290 ist grüner, R32 ist einfacher handhabbar. Man könnte sagen: R32 ist eine Übergangslösung mit überschaubarem Klimaeinfluss, während R290 die Endlösung mit minimalem Klimaeinfluss sein könnte – aber eben mit mehr Sicherheitsaufwand. Für den Verbraucher macht sich der Unterschied im Alltag vor allem in den Sicherheitsbestimmungen bemerkbar (bei R290 muss das Gerät absolut dicht und korrekt installiert sein). Kühlempfinden und Stromverbrauch können bei einem guten R32-Gerät genauso vorteilhaft sein wie bei einem zukünftigen R290-Gerät.
Darf ich eine Klimaanlage mit R290 selbst installieren?
Nein. Genau wie bei allen fest installierten Split-Klimaanlagen ist eine Selbstinstallation gesetzlich verboten, unabhängig vom Kältemittel. Für Geräte mit F-Gasen (wie R32) schreibt die Verordnung zwingend einen zertifizierten Fachbetrieb vor. Zwar ist R290 kein F-Gas, doch aus Sicherheitsgründen darf man als Laie trotzdem nicht einfach selbst Hand anlegen. Die meisten R290-Anlagen werden – sobald verfügbar – ebenfalls nur über Fachfirmen verkauft, schon weil die Hersteller die Gewährleistung an einen fachgerechten Einbau knüpfen. Abgesehen von der Rechtslage ist es auch hochriskant, ohne entsprechende Ausbildung an einer Kälteanlage mit Propan zu arbeiten. Das Evakuieren, Befüllen oder Anschließen einer solchen Anlage erfordert spezielles Werkzeug und Wissen, um Funken oder Undichtigkeiten zu vermeiden. Für Endkunden gilt daher: Klimaanlage immer vom Klima-Fachbetrieb installieren lassen. Dies stellt den sicheren und vorschriftsmäßigen Betrieb sicher und im Falle von R290 wäre es ohnehin Pflicht.
Wie sicher sind Klimaanlagen mit R290?
Richtig konzipierte und installierte R290-Klimaanlagen können sehr sicher betrieben werden. Hersteller treffen umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen (siehe Abschnitt Herausforderungen oben), damit im Alltagsbetrieb kein Risiko besteht. Beispielsweise sind alle Zündquellen im Gerät vermieden, und es wird dafür gesorgt, dass ein eventuelles Leck nicht zu einer gefährlichen Gaskonzentration führt. Erfahrungen aus Ländern wie Indien zeigen eine gute Sicherheitsbilanz: Dort wurden bereits Hunderttausende R290-Geräte verkauft, ohne dass nennenswerte Zwischenfälle durch Propan-Lecks bekannt wurden. Das vermittelt Vertrauen, dass die Technik beherrschbar ist. Wichtig ist jedoch die Einhaltung der Vorschriften: Das Gerät muss vom Profi installiert werden, der die Dichtheit prüft, und es dürfen keine Änderungen durch den Nutzer vorgenommen werden (z.B. keine eigenen Verlängerungen der Kältemittelleitung!). Im Fehlerfall – etwa wenn Sie Gasgeruch wahrnehmen sollten – gelten ähnliche Vorsichtsmaßnahmen wie bei einem Gasherd: Lüften, keine Flammen oder Funken, Gerät abschalten und den Fachbetrieb rufen. Insgesamt kann man sagen: Ein korrekt eingebautes R290-Klimagerät ist sicher. Die erhöhte Entflammbarkeit erfordert Achtsamkeit, aber moderne Geräte sind so gebaut, dass das Risiko minimiert wird.
Wird R32 demnächst verboten oder durch R290 ersetzt?
R32 erfüllt derzeit alle geltenden EU-Vorschriften, sodass kein akutes Verbot für R32-Klimaanlagen besteht. Sie dürfen auch in den kommenden Jahren noch verkauft und installiert werden. Allerdings hat die EU bereits Fahrpläne beschlossen, die ab 2027/2029 deutlich strengere Grenzen für neue Anlagen vorsehen (GWP < 150) (). Spätestens dann wird R32 für Neugeräte nicht mehr ausreichend klimafreundlich sein und durch andere Kältemittel ersetzt werden müssen – sei es R290 oder eventuell neue synthetische Kältemittel mit sehr niedrigem GWP. Einige Hersteller arbeiten z.B. an HFO-Blends oder anderen A2L-Stoffen, die GWP ~< 150 haben, um eine nicht-brennbare Alternative zu Propan zu bieten. Kurzfristig (bis Mitte der 2020er) wird R32 aber weiter die dominierende Rolle spielen, insbesondere in Raumklimageräten. Für Besitzer aktueller R32-Anlagen gibt es keinen Grund zur Sorge: Die Geräte können über ihre Lebensdauer betrieben und gewartet werden; die möglichen Verbote beziehen sich nur auf das Inverkehrbringen von neuen Geräten. Falls in einem Jahrzehnt R32 nicht mehr Stand der Technik ist, wird man bis dahin sicherlich aufgerüstet haben. R290 gilt als einer der Hauptanwärter, R32 abzulösen, sobald die genannten Hürden überwunden sind. Man kann also damit rechnen, dass R32 Schritt für Schritt durch R290 ersetzt wird, aber eben erst dann, wenn R290-Modelle verfügbar, sicher und wirtschaftlich sind. Bis dahin bleiben R32-Anlagen ein wichtiger Bestandteil, um die Klimatisierung bereits deutlich umweltfreundlicher zu gestalten als früher.
Warum nutzt man nicht schon überall R290, wenn es so umweltfreundlich ist?
Diese Frage haben sich viele Umweltbewusste gestellt. Die Gründe liegen – wie oben erläutert – in den technischen und sicherheitstechnischen Herausforderungen. Propan ist nun mal brennbar, was in Autos, Gebäuden und Geräten strenge Auflagen erfordert. Die Umstellung von etablierten Kältemitteln auf R290 ist nicht trivial: Hersteller müssen ihre Produktpalette umrüsten, Serviceteams müssen geschult werden, Normen mussten erst angepasst werden. Zudem war R32 verfügbar und bot einen schnellen Kompromiss, um die Klimabilanz sofort zu verbessern, während man R290 noch erprobt. Man kann sagen: R290 steht als Lösung bereit, aber die Praxis hinkte etwas hinterher. Inzwischen holen die Unternehmen das nach – es ist also weniger die Frage „Warum nutzt man es nicht“, sondern „Wann wird man es nutzen“. In ein paar Jahren dürfte R290 in immer mehr Geräten zu finden sein (nicht nur in Wärmepumpen, sondern auch in Klimaanlagen). Bis dahin gilt: Es wird dort eingesetzt, wo es schon machbar ist (z.B. in kleinen, geschlossenen Systemen wie Wärmepumpen oder Kühltruhen) und dort noch zurückgestellt, wo Sicherheitsaspekte überwiegen (z.B. in split-Klimaanlagen in Wohnungen – noch). Der Wille, überall R290 einzusetzen, ist aus Umweltsicht klar vorhanden; es braucht nur noch etwas Zeit, bis alle Rahmenbedingungen stimmen.
Was bedeuten A2L und A3 bei den Kältemittel-Angaben?
Die Bezeichnungen A1, A2, A2L, A3 etc. stammen aus der Sicherheitsklassifizierung von Kältemitteln (nach ISO 817). Der Buchstabe A bedeutet ungiftig (bei B wäre es toxisch, was auf Klimaanlagen-Kältemittel selten zutrifft). Die Zahl gibt die Entflammbarkeit an: 1 = nicht entzündbar, 2 = entzündbar, 2L = entzündbar mit niedriger Flammgeschwindigkeit (d.h. schwer entflammbar) und 3 = hochentzündlich. In unserem Kontext heißt das: R32 ist A2L, also schwer entflammbar – es kann brennen, aber zündet nicht so leicht und brennt relativ langsam. R290 ist A3, also leicht entzündlich – es kann bei passender Konzentration sehr leicht zünden und brennt schnell. Diese Klassen helfen Ingenieuren und Technikern, die richtigen Sicherheitsmaßnahmen abzuleiten. Für den Laien gilt einfach: A3-Kältemittel erfordern deutlich strengere Sicherheitsvorkehrungen als A2L-Kältemittel. Zum Beispiel muss bei A3 darauf geachtet werden, dass ein Leck nicht zu Explosionen führen kann, während bei A2L vor allem sichergestellt wird, dass kein offenes Feuer in der Nähe ist und das Gas gut entweichen kann. A1-Kältemittel (wie früher R134a, R410A etc.) waren praktisch nicht brennbar, haben aber eben andere Umweltprobleme (hohes GWP oder Ozonabbau bei den ganz alten). Heute nimmt man geringe Entflammbarkeit in Kauf, um Umweltvorteile zu erzielen – mit A2L (wie R32) hat man hier einen Mittelweg gefunden, R290 (A3) geht noch einen Schritt weiter in Richtung Umweltfreundlichkeit, aber eben auch in der Entflammbarkeit.
Unsere zufriedenen Kunden sprechen für sich!
Kältemittel R290 stellt eine sehr vielversprechende, umweltfreundliche Alternative für Klimaanlagen dar. Als natürliches Propan überzeugt es durch minimale Klimawirkung (GWP ~3), hohe Energieeffizienz und Zukunftssicherheit. Kein anderes Kältemittel vereint derzeit so viele ökologische Vorteile. Warum also nicht sofort jede Klimaanlage mit R290? – Weil die Praxis Schritt für Schritt folgen muss. Derzeit fehlen noch breit verfügbare Geräte am Markt, und die Technik muss so umgesetzt werden, dass Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gewährleistet sind. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen gehen aber bereits klar in Richtung R290 und andere natürliche Kältemittel: Die EU verschärft die Grenzwerte für klimaschädliche F-Gase, und mittel- bis langfristig werden Hersteller gezwungen sein, auf nahezu GWP-neutrale Stoffe umzusteigen.
Für Unternehmen in der Kälte- und Klimatechnik bedeutet das, sich frühzeitig auf den Umgang mit R290 vorzubereiten – Schulungen der Mitarbeiter, Anpassung von Serviceprozessen und eventuell Investitionen in neue Werkzeuge/Schutzausrüstung. Hersteller arbeiten unter Hochdruck daran, die letzten Hürden zu nehmen. Die Erfahrungen aus Pilotmärkten, Unterstützung durch Förderprogramme und der Druck der F-Gas-Verordnung erzeugen einen echten Innovationsschub. Wir können also damit rechnen, dass in naher Zukunft (vermutlich innerhalb der nächsten 2–3 Jahre) die ersten marktreifen R290-Klimaanlagen für Endkunden erhältlich sein werden.
Für Endkunden heißt das zum jetzigen Zeitpunkt: Wenn Sie sofort eine Klimaanlage benötigen, greifen Sie ruhig zu einem modernen R32-Gerät. Damit bekommen Sie aktuell das Beste aus beiden Welten – eine hohe Effizienz, ein im Verhältnis vernünftiges Klima-Profil und ein Produkt, das mit geltendem Recht konform ist. Achten Sie auf eine fachgerechte Installation durch einen zertifizierten Betrieb (was ohnehin Pflicht ist) und auf eine gute Energieeffizienzklasse des Geräts. So reduzieren Sie sowohl laufende Kosten als auch Emissionen. R32 ist momentan ein bewährter Standard, der in vielen Millionen Anlagen weltweit zuverlässig funktioniert.
Sollten Sie besonders zukunftsorientiert denken und möchten gerne gleich auf R290 setzen, lohnt es sich, die Marktentwicklung in den nächsten Jahren zu beobachten. Fragen Sie Fachbetriebe, ob es bereits Anlagen mit R290 gibt – und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen. Es kann durchaus sein, dass Pioniere in Kürze solche Geräte anbieten. Doch warten Sie nicht auf unbestimmte Zeit, wenn Sie jetzt ein drängendes Bedürfnis (Kühlung/Heizung) haben. Mit einem effizienten R32-Gerät tun Sie bereits heute viel Gutes für die Umwelt im Vergleich zu älteren Klimageräten.
Fazit in Kürze: R290 ist der ökologische Favorit der Zukunft, R32 ist die praktische Lösung der Gegenwart. Beide haben ihre Daseinsberechtigung in diesem Übergang zu einer klimafreundlicheren Kältetechnik. Kunden sollten informierte Entscheidungen treffen – dieser Artikel soll dazu eine Hilfestellung bieten. Letztlich kann man gespannt sein auf die nächsten Schritte der Branche: Die Klimaanlage von morgen kommt vielleicht mit Propangas daher und kühlt unser Zuhause klimaunschädlich. Bis es soweit ist, sorgen die heutigen R32-Anlagen dafür, dass wir den Komfort von Klimatisierung schon deutlich umweltbewusster genießen können. In jedem Fall gilt: Lassen Sie sich vom Fachmann beraten, vergleichen Sie Geräte und behalten Sie neue Entwicklungen im Blick – so treffen Sie die beste Entscheidung für sich und die Umwelt.
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